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Areal Dättig, Biglen

BauherrCäsar Bay AG, Konolfingen

Architektmatti ragaz hitz architekten ag, Liebefeld-Bern

Planung und Realisierung2016-2021

Eine Abfolge unterschiedlicher Raumsequenzen, die Geschichtlichkeit des Orts sowie die Konvergenz zwischen Innen- und Aussenräumen prägen künftig den Ort. Grosse heimische Einzelgehölze und Gehölzgruppen staffeln aus der Ferne betrachtet den Landschaftsraum entlang der Eisenbahntrassen und betten die Bauten in der Siedlungsstruktur ein. Neue Nussbäume (Juglans regia) gesellen sich zum solitären Baum neben der Tennauffahrt des Bauernhauses und bilden zusammen mit der Punktbaute eine Pförtner und würdevollen Auftakt in die neuen Raumabfolgen. Öffentliche Nutzungen wie beispielsweise ein Hofladen, ein Kaffee oder ein Quartiertreffpunkt unterstützen die Bedeutung des Ortes als Scharnier am Bahnhof. Wildhecken in mäandrierende Schnittform gebracht, trennen die präzise gestalteten Aussenräume von den landwirtschaftlich genutzten Flächen und der Bahninfrastruktur ab. Der zentrale Platz wird als eigentlicher Ort der Begegnung ausgebildet. Intarsien der industriellen Ortbetonbeläge der ehemaligen Werkhalle finden ebenso Platz wie ein Wasserfeld mit integrierten Fontainedüsen. Niveaudifferenzen überwinden feine Sitzstufen und laden zu Verweilen ein. Speierlinge (Sorbus domestica) wurzeln in der Kiesfläche und öffnet den Blick in die Tiefe des Raumes, schaffen Intimitäten aber auch Bühnen für temporäre Nutzungen unter dem lichten Blatt- und Astwerk. Private Gartenzimmer werden Aussenzimmern gleich gefasst mit Spalierobstbäumen. Niederstamm- und Zierobstgehölze begleiten die individuell genutzten Gartenzonen. Betonbretter dienen als Sitzplätzflächen und nehmen Reminiszenz am ehemaligen Werkplatz es Betonfabrikation der Firma Baumat. Die primäre Erschliessungsachse wird als gassenartiger Raum entwickelt und nimmt unterschiedlichste Nutzungen wie Adressierung, Abstellbereiche und witterungsgeschützte Sitzmöglichkeiten auf. Der Endpunkt wird mit drei Säuleneichen markiert. Von hier öffnet sich ein weiter Blick Richtung Hofgut Schlosswil mit dahinter liegenden Voralpenpanorama. Spielflächen werden konzentriert für verschiedene Alterspruppen zusammengefasst und integrieren sich selbstverständlich in der Anlage und suchen Synergien zu den gemeinschaftlichen Aufenthaltsräumen im Gebäudesockel. Insgesamt erwächst dem Ort ein lebendiges und dichtes Gefüge unterschiedlicher Nutzungen und ermöglicht in hohem Masse Aneignung, Begegnung und Kontemplation.

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