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Nidfeld-Areal, Kriens

BauherrCoop Immobilien AG

AuftraggeberLosinger Marazzi AG

Architekt Christ & Gantenbein, Basel

Wettbewerb2017

Planung und Realisierung2017-2020

Arkadien oder die Monumentalisierung der Landschaft

Urige Waldgesellschaften prägen die Landschaftsräume rund um den Vierwaldstättersee und sind Impulsgeber für den Autobahnpark und die Hofräume. Die zunehmende Gleichzeitigkeit von Raum und Zeit führt zur Verfremdung und Herauslösung des Begriffs ’Natur’. Die Möglichkeit, Natur zu manipulieren, zu transformieren und an jeglichen Orten zu repro­duzieren ist hier Ausgangslage der Idee. Vegetation wird zu einem Material, das dekontextualisiert und in verfremdeter Weise eingesetzt wird. Archaische, vertraute Ideallandschaften werden gewissermassen als Erinnerungsbilder verortet und artifiziell übersetzt. Der Eschen-Föhrenwald (Hof 1), der Lindenmischwald (Hof 2), Grauerlenbruchwald (Hof 3) und der Flaumeichenwald (Autobahnpark) stehen in der Naturlandschaft in enger Beziehung zueinander und entwickeln sich zu eigenständigen Raumbildern – mal dicht, mal offen, mal auf trockenem, mal auf humidem Standort.

Die Monumentalisierung der Landschaft wird hier zur Metapher der Wiederentdeckung der ästhetischen Utopie Arkadiens und steht sinnbildlich für die Existenz und die Widersprüchlichkeiten zwischen Natur und Technik, Gesellschaft und Individuum, Rationalismus und Romantik.

Das Projekt ist aber auch eine Vermengung von rationalen, ökonomischen und klimatischen Aspekten. Die Zugangspforten werden mit grossen Wassertischen besetzt, die bei Niederschlag das Überschusswasser der Zwischenspeicher der extensiven Dachflächen aufnehmen. Von hier wird das Wasser diffus über die Höfe zur Versickerung und Verdunstung gebracht

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