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Wohnüberbauung Schleife, Zug

BauherrKonsortium Schleife, Zug, bestehend aus Peikert Immobilien AG und 4B Immobilien AG

ArchitektValerio Olgiati, Flims

IngenieurConzett Bronzini Gartmann Ingenieure, Chur

Wettbewerb1. Preis, 2007

Planung und Realisierung2008 - 2012

Eisenbahnreisenden ist die ausdrucksstake Struktur aus rotem Beton längst geläufig. Der Innenausbau des Rohbaus erfolgt individuell durch die Eigentümer. Der Untergrund sollte vom gleichen Gedanken von Kraft und Verfeinerung durchdrungen sein wie die Architektur, sollte Haus und Umgebung zu einer starken Figur verknüpfen. Das hohe Grundwasser im Lorzeschotter zwingt die Tiefgarage an die Oberfläche, bedeckt mit nur 40 Zentimeter Erdreich. Ein Spezialsubstrat mit Blähton und Perlit macht die horizontale Filterung des Dachwassers, seine Abgabe ins Grund-wasser und die Bewässerung der wettergeschützten Bereiche an den Fassaden möglich. Nach pragmatischen Kriterien sind Parkplätze und Spielgeräte auf den Magerwiesen angeordnet. Ein exakt nach Norden ausgerichteter Dreiecksraster definiert die Standorte der ringsum gepflanzten Felsenbirnen. Diese werden als Heister gesetzt, die Leittriebe werden bis auf eine Höhe von 2.20 Meter aufgeschnitten. Die leichte Verdrehung des Rasters gegenüber dem Gebäude erzeugt Spannungen, Interferenzen. Der Bewuchs verdichtet sich zum Haus hin. An der Peripherie sind die Bäume ausgelichtet, entstehen offene, gastliche Zwischenräume, welche mit der Umgebung einen Eindruck von Weite produzieren. Die Felsenbirnen kamen einst entlang der Eisenbahnstränge als Neophyt aus dem Süden. Rot bis bronzebraun im Austrieb und in der Herbstfärbung, tauchen sie das Haus jahreszeitlich in ein stimmiges Farbbad. Eingestreut stehen mehrstämmige Zitterpappeln. Das Zittern des Laubs von vorbeifahrenden Zügen und vom Wind wird zur Quelle der unverwechselbaren Atmosphäre.

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