Meine Position

Meine Position

 

 

Ich habe keine Theorie im Kopf, bestenfalls Fragen, Fragen an mich selbst. Ich bediene mich der Tugenden der Wissenschaft, denn ihre Prinzipien sind für meine Arbeit verbindlich. Meine Arbeit ist Suche nach Wahrheit.

Fragen helfen mir, einen Dialog zu beginnen, im Gespräch zu vertiefen und neue Erkenntnisse schrittweise zu präzisieren. Dabei geht es immer darum, mich einem Sachverhalt anzunähern, neue Informationen auf ihren Ursprung zurückzuführen und Probleme zu lokalisieren. Am Schluss will ich ein komplexes System begreifen und neue Erkenntnisse sichern.

Aufbauend auf einer empirischen Analyse untersuche ich rationale und ökonomische Aspekte, präzise messbare Grössen. Eine Kette von Fragen führt mich zu Entscheidungen. Wo kausales Denken nicht mehr möglich ist, gehe ich zu instinktiven oder willkürlichen Entscheiden über.

Durch bewusstes, methodisches Arbeiten will ich einen Gedanken direkt und klar fassen und in die Tiefe verfolgen. Ich will seinem Kern möglichst nahe kommen. Aus diesem entwickle ich eine Idee. Sie geht aus einem geschlossenen Gedankensystem hervor und folgt einer inneren Logik, einer Genetik. Zusätzliche Aspekte wie Ordnung, Widerspruch, Bewegung und Zeit stehen dabei immer im Mittelpunkt einer Absicht. Es entstehen Handlungen und Strategien, die irritieren und schliesslich zu Projekten führen, welche Eigenständigkeit hervorbringen und ohne Referenzen auskommen. Das Projekt ist die materielle Manifestation der Idee.

Meine Projekte sollen nicht erzählen, sondern diskutieren. Sie sollen keine vorgefassten Bilder abrufen, sondern die Gegebenheiten ihrer Entstehung hinterfragen. Sie sollen einen unerwarteten, kritischen Zugang auf das Hier und Jetzt erschliessen. Dabei entstehen neue Gedanken, Fragen und Bedeutungen.

 

Maurus Schifferli